Varanasi, auch Banaras oder Benares genannt, ist eine Hochburg der Kunst, eine Stätte des Glücks und Leids, des Reichtums und der Armut, der Macht und Unterdrückung.
Die Geschichte der Stadt geht bis ins 4. Jahrhundert zurück und trotz jahrhundertelanger Fremdherrschaft durch muslimische Eroberer konnte das dem Zentrum hinduistischer Kultur sowie wichtigster Pilgerort für Hindus keinen Abbruch tun. An keinem anderen Ort in Indien spürt man das indische Leben und dessen Spiritualität besser als an jenen Ghats. Varanasi ist auf jeden Fall einen Besuch wert.
Varanasi erleben
Ghats am heiligen Fluss Ganges
Die grösste Attraktion Varanasis sind nicht seine Bauwerke, sondern die religiösen Handlungen der Hindus an den vielen Ghats (Bade treppen) des von den Hindus als Göttin Ganga verehrten heiligen Flusses Ganges. Etwa 100 kleinere und grössere Ghats reihen sich wie ein Mala (Gebetskette) auf einer Länge von 5 km am Südufer des Ganges aneinander und bilden das eigentliche Herzstück von Varanasi. Sie verleihen der Stadt ihren so unverwechselbaren Charakter. Das Daswamedh Ghat ist Schauplatz des täglichen Abendrituals (Ganga-Aarti). Zum Rhythmus unaufhörlich gesungener Chants und Glockengeläut werden Gott alle Elemente (Erde, Wasser, Feuer, Luft, Äther, Verstand, Intelligenz und abgetrenntes Bewusstsein) symbolisch dargebracht. Alles in der Welt kommt von Gott aus, das Ritual stellt somit das Gleichgewicht zwischen den Gläubigen und Gott sicher, indem sie ihm dienen und sich ihm nicht nur bedienen.
Traditionelle Feuerbestattungen
Sie sind für Besucher aus westlichen Kulturen irritierend und faszinierend zugleich die Verbrennungsghats von Varanasi, «burning ghats» genannt. Der Manikarnika Ghat und der seltener benutzte Harischandra Ghat sind die bekanntesten Verbrennungsorte. Sie sind schon von weitem her an den aufsteigenden Rauchsäulen und grossen Stapeln von Brennholz erkennbar. Es handelt sich dabei um Sandelholz, da nur dieses zur Verbrennung benutzt werden darf. Das Holz ist sehr teuer und arme Inder können sich deshalb keine Feuerbestattung leisten. Trotzdem kommen viele Inder hierher, um nach dem traditionellen Verfahren am Fluss verbrannt zu werden. Dies stellt für die Hindus eine Wiedergeburt der Seele als Mensch sicher. Nicht verbrannt werden schwangere Frauen, Kinder und heilige Männer. Die Verbrennungen sollten nicht fotografiert werden, zollen Sie den verstorbenen und deren Angehörigen Respekt, Sie hätten es auch nicht gerne, bei einem Begräbnis von Fremden fotografiert zu werden.
Tipps vom Spezialisten
Das KIRAN-Kinderdorf, 1990 von der Schweizerin Judith «Sangeeta» Keller gegründet, steht ausserhalb der Stadt Varanasi, in Madhopur. Diese Beratungs- und Betreuungsstelle mit Schule für Kinder mit Behinderungen dient der ganzheitlichen Rehabilitation der Betroff enen und deren gesellschaftlichen und berufl ichen Integration. Für persönliche Besuche ist der Mittwoch vorgesehen, an diesem Tag sind Sie herzlich willkommen.
www.kiranvillage.org
Varanasi auf einer größeren Karte anzeigen

