Agra war die Hauptstadt Indiens während der Herrschaft der Mogul-Kaiser (16. und 17. Jahrhundert). Zwei Bauwerke aus dieser Zeit locken heute noch Besucherströme aus aller Welt in die Stadt: Der Taj Mahal und das Rote Fort. Fatehpur Sikri, Kaiser Akbars verlassene Hauptstadt, ermöglicht vorzügliche Einblicke in den indischen Alltag zur Zeit der Mogul-Kaiser.
Agra erleben
Taj Mahal
Höhepunkt jeder Nordindienreise ist ein Besuch des Taj Mahal. Ein Meisterwerk und zugleich Weltkulturerbe, mit Halbedelsteinen geschmückt, fein ziseliert und trotz seiner Grösse elegant, fast schon schwebend. Kaiser Shah Jahan liess den Taj Mahal als Grabstätte für seine grosse Liebe Mumtaz Mahal (Krone des Palastes) bauen. Stararchitekten aus Europa und 20 000 Arbeiter schufen mit dem Taj Mahal eines der grossartigsten und berühmtesten Bauwerke der Weltgeschichte. Die Arbeiten dauerten 22 Jahre, von 1631 bis 1653. Neben dem Taj Mahal steht auch das Rote Fort auf der Liste der UNESCO-Weltkulturgüter. Die riesige Festung wurde im 16. Jahrhundert von Kaiser Akbar erbaut und ist neben den Forts in Delhi und Lahore (Pakistan) die imposanteste Verteidigungsanlage aus jener Zeit.
Fatehpur Sikri
Diese verlassene ehemalige Hauptstadt liegt eine Autostunde südwestlich von Agra entfernt. Zwischen 1569 und 1585 wurde sie unter Kaiser Akbar erbaut und nach nur gerade 15 Jahren infolge Wassermangels wieder aufgegeben. 1986 ist auch Fatehpur Sikri zum Weltkulturerbe erklärt worden. Kaiser Akbar schuf hier sein Fundament für die philosophische Weltreligion DinaIElahi. Sie sollte als Basis für eine bessere Menschheit dienen, mit Toleranz unter allen Religionen. Akbar, bei Geburt Muslim, wandte sich stets allen Religionen zu und suchte in einer einzigen Philosophie einen gemeinsam vereinten Glaubenskern zu verdeutlichen. Seine Überzeugung und Strategie, das Reich mit Allianzen und ohne Konflikte zu vergrössern, wurde mit spektakulären Erfolgen belohnt. Schon bald herrschte er über weite Teile Indiens und im Westen rückte die Grenze gar in die Nähe von Kabul, der heutigen Hauptstadt Afghanistans.
Gut zu wissen
Die stark besuchten Sehenswürdigkeiten Taj Mahal und Fatehpur Sikri locken auch viele fliegende Händler an, welche den Touristen alles Mögliche und Unmögliche verkaufen wollen. Teilweise sind diese sehr hartnäckig und wenn sie einen erst einmal in ein Gespräch verwickelt haben, lassen sie oft erst bei einem Verkauf wieder von einem ab. Am einfachsten ist es, die Händler nicht zu beachten und einfach weiterzugehen. Auch unter den Guides gibt es immer wieder schwarze Schafe, welche die Touristen lieber in einen Laden begleiten als ihnen die Attraktionen näher zu bringen. Auch hier sollte man darauf bestehen und klar sagen, dass man für die Führung bezahlt hat und nicht am Shoppen interessiert sei.
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