Wer Ladakh bereist, kommt nicht um das Probieren einer Tasse Buttertee herum. Das Lieblingsgetränk der Ladakhis schmeckt für uns sehr ungewohnt und wird so für viele Reisende zum «Inbegriff des Schreckens». Es gilt nämlich als äusserst unhöflich, eine angebotene Tasse nicht leerzutrinken.
Goor Goor
Buttertee, auf Ladakhi «Goor Goor», wird aus frischem schwarzen Tee aus China oder Indien gebrüht und in einen langen, schmalen Holzzylinder gefüllt. In den Tee kommt ein Stück Butter, hergestellt aus der Milch von weiblichen Yaks. Je grösser das Butterstück, desto grösser der Wohlstand der Familie. Dazu folgt Salz, manchmal etwas Milch. Vor allem in Klöstern wird zusätzlich noch Soda in den Tee gegeben, ein weisses Pulver, das im Nubra-Tal zu finden ist und die Flüssigkeit rot einfärbt. Die Masse wird im Zylinder gut durchgestampft, bis der Tee leicht cremig ist, in eine Kanne umgeleert und serviert.
Getrunken wird der Tee in Schalen, und zwar in erstaunlichen Mengen, bei Nomaden spricht man von 40 - 50 Tassen / Tag. Sitzt die Familie zusammen, wird bei jedem Mitglied nach jedem Schluck nachgegossen. Ablehnen würde als Affront verstanden, deshalb unser Tipp: Lassen Sie den Tee unberührt, bis Sie sich von ihren Gastgebern verabschieden und trinken Sie ihn kurz vorher in einem Zug aus. So bewahren Sie die Etikette und beleidigen Ihre Gastgeber nicht.
Energielieferant
Buttertee ist ein hervorragender Energielieferant, er versorgt den Körper mit genügend Fett und Proteinen hält ihn bei frostigen Temperaturen warm. Der Tee wird auch im Tibet, in Nepal, in der Mongolei und in Bhutan getrunken. Viele religiöse Zeremonien, Ernennungen und Hochzeiten beginnen mit einer Tasse heissem Buttertee, gefolgt von süssem Tee und weiteren Getränken.

